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Maggie on Tour | 13. Dezember 2018

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Der Ural und viele Kilometer weiter

Der Ural und viele Kilometer weiter
Twissel

Auf dem Weg in die Hauptstadt der Republik Baschkortostan klaut uns urplötzlich das Navigationsgerät zwei Stunden unserer so kostbaren Zeit. Was ist denn da passiert? Wir haben in diesem Moment einfach die nächste Zeitzone überschritten, deshalb ist die Uhr im Display sofort umgesprungen. 

In der Stadt Ufa müssen wir ein paar Besorgungen machen, schnell finden einen bewachten Parkplatz, der für uns günstig gelegen ist. Wir gestikulieren zunächst mit dem freundlichen Parkplatzinhaber per Handyübersetzer, bis wir unser Anliegen erklärt haben. So ein Fahrzeug wie unsere Maggie hat er auch nicht alle Tage als Gast. Als wir vom Platz gehen versichert er uns noch das er ein Auge auf Maggie hat, klar für 500 Rubel ( ca.7€) verlangen wir das auch. 

Der nächste Fahrtag steht an, wir queren den Ural bei gespenstischem Wetter, Nebelschwaden und Regen zeichnen diesen Tag aus. Schließlich erreichen wir den Nationalpark Zyuratkul, an einer Schranke bezahlen wir 200 Rubel für das passieren der Strecke. Als ich den Schrankenwärter frage ob er englisch spricht lacht er und fragt mich, ob ich russisch spreche, nun lachen wir beide ganz herzlich. Völkerverständigung durch Lachen. Die Schranke öffnet sich und nach einigen Kilometern stehen wir an einem See. Es ist beachtlich kalt hier oben auf 800m stellen wir fest und sehen auch noch Schneereste. Wir machen uns auf die Suche nach dem Dorfbrunnen und werden auch schnell fündig, natürlich nicht ohne Aufsehen im kleinen Örtchen zu erregen, denn zu dieser Jahreszeit verirrt sich selten ein Tourist hierher. Vassili begrüßt uns mit ein paar Brocken deutsch und hilft uns dabei unsere Tanks mit Frischwasser zu füllen.

Der Ural ist ein bis 1895 m hohes und knapp 2400 km langes Gebirge, das sich in Nord-Süd-Richtung durch den mittleren Westen Russlands erstreckt und einen Teil der asiatisch-europäischen Grenze darstellt. 

Als am nächsten Morgen einige klitzekleine Schneeflöckchen auf der Windschutzscheibe tanzen ist das für uns ganz klar das Zeichen aufzubrechen. Ehrlich Leute so schön es hier ist, aber bei Schnee hält mich hier nichts mehr.

Wir haben den Ural inzwischen hinter uns gelassen und haben nach einer abenteuerlichen, engen, sandigen Zufahrt mal wieder einen schönen Platz am See gefunden. Ich weiß das habe ich schon öfter geschrieben, ich muss mal nachschlagen an wie vielen Seen wir auf dieser Reise schon genächtigt haben. Es ist ruhig, nur am Abend kommen zwei Parkranger vorbei, so genau kann ich die Uniform nicht deuten. Als mich das vor Gold und Silber blitzende Gebiss des älteren etwas fragt, bin ich zunächst etwas verwirrt und geblendet. Aber schlussendlich erklären Sie uns eindringlich das kein Feuer gemacht werden darf, alles andere ist Ihnen egal und schon haben Sie auf der anderen Uferseite ein Fahrzeug ausgemacht und sind verschwunden.

Friedliche Landschaften und Felder so weit das Auge reicht begleiten uns heute auf unserer Fahrt, auf einem dieser Felder pflügen gigantische Fahrzeuge den Acker um. Während wir so fahren, fängt es an zu regnen und riecht es nach frischer Erde. In den letzten Tagen ist mir schon aufgefallen wie viele Lastkraftwagen hier unterwegs sind, es hat den Anschein das es mehr als PKW´s sind. Da ist alles dabei, aber vor allem natürlich Kamaz, Daf, Scania aber auch sehr viele Freightliner begegnen uns. Das Fahrverhalten einiger ist recht diffizil einzuordnen, hier ist selbstredend kein Fahrzeug gedrosselt und es wird überholt wo es nur geht, oder auch nicht geht. Nicht selten drei LKW hintereinander ohne Sicht nach vorn. Ich als defensiver Fahrer lasse die Kollegen bei jeder sich bietenden Möglichkeit vorbei, da sind zum einen Bus oder Abbiegespuren, auf die man kurz ausweichen kann, gedankt wird einem das mit einem Signal des Warnblinkers.

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