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Maggie on Tour | 20. November 2017

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Die blaue Stadt

Die blaue Stadt
Twissel

Chefchaouen liegt am Rand des Rifgebirges und ist bekannt durch seine malerischen, teilweise blau weiß gekalkten Häuser. Die einen sagen das soll den bösen Blick abwenden, wiederum andere behaupten in dem blau wären Mittel um Fliegen und Insekten fernzuhalten. Chefchaouen gehörte 30 Jahre zum spanischem Territorium, daher kommt es vor das teilweise mehr spanisch als französisch gesprochen wird.

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Hier soll die Reisegruppe auch wieder zusammengeführt werden, damit wir gemeinsam die blauen Gassen von Chefchaouen erkunden können. Zur ersten Orientierung war ich dann schon mal alleine am Abend in der Medina. Auch hier gilt wieder, am Abend erwacht die Stadt und es wimmelt nur so von Menschen, trotz des Nieselregens hier in den Bergen. Überall sind Marktstände mit frischem Obst und Gemüse. Hühnerschlachter bei denen die Hühner noch lebend in einem Gehege herumlaufen, bis sie an der Reihe sind. Frischer geht’s nicht und im Sommer wegen der Salmonellengefahr auch sehr wichtig. Und was mich wundert die Cafés sind alle rappelvoll, bis ich einen Fernseher entdecke und sehe das Fußballspiel Marokko gegen Elfenbeinküste, ja das erklärt es natürlich.(Marokko hat 0:1 verloren) Einige Zeit schlendere ich noch durch die Gassen vorbei an Grill- und Essenständen bevor ich den steilen Heimweg zum Campingplatz Azilan antrete. Am nächsten Tag läßt sich die Sonne immer noch nicht so richtig blicken und die Berggipfel im Hintergrund sind wolkenverhangen. Übrigens sind diese Hügel die Namensgeber der Stadt. Im berberischen bedeutet es „Die Hörner“ und damit sind die von der Stadt aus sichtbaren Berge gemeint die den Hörnern eines Schafbocks ähneln. Das Wetter hält mich nicht davon ab nun endlich in die blauen Gassen einzutauchen, der Eingang durch die Stadtmauer ist vom Campingplatz schnell erreicht. Ich lasse mich durch die Gassen treiben, überall duftet es nach essen zur Mittagszeit und man hat ein wenig Einblick in das Leben hier in den engen blauen Gassen. Man findet sich eigentlich gut zurecht und so lande ich nach einiger Zeit wieder in der Neustadt mit einigen blauen Fotos mehr auf der Kamera. Ich mache noch einige Besorgungen und dann nehme ich einen etwas beschwerlicheren Weg hinauf zum Platz um zu gucken ob der der Laster Beule samt Crew schon eingetroffen ist. Bei Maggie angekommen erhalte ich die Nachricht das sie noch ca. 20 Km vor sich haben, so mache ich mich nach kurzer Zeit auf zu dem Plateau, von dem man die ganze Stadt überblicken kann. Vielleicht kann ich die beiden ja mit dem Tele einfangen wenn sie die Stadt erreichen. Und tatsächlich irgendwann erkenne ich die Umrisse von Beule durch den Sucher.

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Bei allem was die Stadt zu bieten hat sollte man eines jedoch  nicht vergessen, Marokko gehört zu den größten Haschischexporteuren. Fast die Hälfte des weltweit verfügbaren Haschisch soll derzeit aus Marokko kommen. Das Rifgebirge ist bekannt für den Anbau, übertrieben gesagt gehen die Plantagen schon kurz hinter Chefchaouen los. Tausende Familien hier leben vom Marihuana-Anbau der bis 1974 noch unter bestimmten Voraussetzungen legal war. Für die Bauern ist es oft die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen, da es in diesen unwirklichen Regionen sehr schwer ist etwas anderes anzubauen. Projekte dazu sind 2010 ausgelaufen. Und so ist es völlig normal das den Touristen in Chefchaouen Hasch angeboten wird, man erkennt die Dealer eigentlich schon gleich an ihrem Auftreten. Aber niemand ist aufdringlich und wenn man keine Kaufabsicht signalisiert, ziehen sie schnell von dannen.

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