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Maggie on Tour | 13. Dezember 2018

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Einen Monat zu spät

Einen Monat zu spät
Twissel

Wir sind in dem schönen Ort Jurmalciems in Lettland. Das Meer hat eine unerklärliche Anziehungskraft auf uns, beim Frühstück hinter den Dünen mit Blick auf die schäumende See, wird uns das wieder bewusst. Das schöne und unberechenbare des Meeres. Ich habe den Eindruck, das Meeresrauschen klingt anders als am Atlantik oder dem Mittelmeer. Schilder deuten daraufhin mindesten 50 m Abstand zu den Kegelrobben zu halten, wir versuchen welche zu erblicken, doch leider ist uns das Glück nicht holt und wir bekommen keine Robbe vor die Linse.
Die Fischer sind zumindest heute nicht auf Fischfang gegangen, ob es daran liegt das heute Samstag ist? Es wird wohl einen anderen Grund haben, wir sehen an diesem Morgen auch niemanden sonst am Strand, den wir hätten fragen können. Man könnte Stundenland am Strand laufen und keinen Menschen treffen. Dabei hatten wir uns schon auf ein Stück fangfrischen Dorsch zum Abendbrot gefreut.
Auf verschlungenen Pfaden, durch die Maggie gerade so hindurchpasst, geht es zu einem fantastischem Kiefernwäldchen das sich bis zum Wasser erstreckt. Der Bernati Nature Park beherbergt unter anderem eine große Sanddüne. Die Gesamtfläche des Naturparks beträgt 2935 ha, 732 ha davon sind Festland, den Rest nimmt das Meer ein. Wir parken den Laster und laufen in Richtung Meeresrauschen, kurz darauf queren wir den Fernradweg der hier entlang bis Liepaja und ich glaube sogar bis Sankt Petersburg führt. Traumhafte Natur pur!
Unser Weg führt uns an diesem Tag nach Liepaja, viel Landschaft, Felder und Wiesen, sonst nichts. Tatsächlich ist Liepaja dann auch der einzig große Ort auf der Strecke. Eine Sim Karte und Internet ist recht schnell gefunden und wir staunen wieder über das gute Warenangebot im Supermarkt. Schnell sind einige Dinge zum Grillen eingekauft und wir machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz an der Küste. Es gibt einige enge Wege zur Steilküste die wir abfahren, es dauert ein wenig bis hier das Passende gefunden ist, so denken wir. Auf einmal hält ein Polizeifahrzeug, ein Elektroauto in der Größe eines Smart aus dem zwei bullige Beamten in Einsatzkleidung steigen. Ur Komisch, sorry Jungs! Die beiden sind sehr freundlich und fragen, ob wir eine Drohne gesehen hätten, als wir dies Verneinen frage ich noch, ob es ein Problem gibt wenn man hier über Nacht stehen bleibt. Er schaut etwas verwundert, aber dies ist überhaupt kein Problem. Als der Elektrosmart den Rückwärtsgang einlegt, wird das von einem quietschenden Warnton begleitet. Ich kann mich nicht mehr halten und überlege, ob das vielleicht eine Strafaktion des Vorgesetzten war, diese beiden Jungs in das Auto zu setzen. Selbstverständlich gibt es davon keine Fotos, leider! Am Abend kommen zwei weitere Polizisten in eben so einem Fahrzeug, wir stehen dem nicht so gut englisch sprechende Beamten irgendwie zu weit auf einer Wiesenfläche. Es wird schnell umgeparkt und bis auf ein paar Liebespärchen, die den Sonnenuntergang anschauen ist es auch relativ ruhig.

Am nächsten Tag fahren wir ein paar Kilometer ins Landesinnere, wir wollen eine alte russische Militärbasis genauer untersuchen. Diesmal ist ein schöner Stellplatz an einem See schneller gefunden als am Vorabend. Hinter einem Wäldchen sehen wir schon die Hochhäuser der Geisterstadt Skrunda 1. Wo zu Sowjet Zeiten fast 5000 Menschen lebten, stehen nur noch Ruinen. Selbst als die Stadt in den Wäldern Lettlands noch existierte, wussten davon nur wenige. Früher galt die ehemalige Militärbasis als geschlossene Stadt mit strengen Zutrittsvorschriften.
Doch wir kommen leider für eine Begehung der Geisterstadt einen Monat zu spät, militärisches Leben ist in die Geisterstadt zurückgekehrt. Nun sind es die Truppen Lettlands, die im NATO-Verbund den Häuserkampf trainieren, um einem Angriff von Osten gewappnet zu sein. Na prima!

 

 

 

Comments

  1. Globetrotter Jürgen

    Wierder mal tolle Fotos und Bericht.Ihr erlebt ja wirklich viel auf der Reise
    Euer Vater

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