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Maggie on Tour | 13. Dezember 2018

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Maggie unter Beschuss

Maggie unter Beschuss
Twissel

Während in Deutschland alle bei bestem Wetter schwitzen und grillen, fegt bei uns ein eisiger Wind über das Horn von Vente oder auf Deutsch, das Windenburger Eck. Wir sind im Memeldelta an der Kurischen Nehrung unweit von Kaliningrad. Auch die Nehrung ist in der Ferne aufgrund des düsteren Wetters leider nur schwach zu erahnen. Wir machen uns trotzdem auf und erkunden die Landspitze mit der Vogelwarte und dem Leuchtturm. Die Vogelwarte existiert bereits seit 1929, welche damit heute die älteste ihrer Art in ganz Europa ist. Viele Vögel legen hier auf ihrem Zug eine Ruhepause ein, werden in großen Fangnetzen eingefangen und beringt. Weltweit sind viele Millionen Tiere mit Ringen versehen und geben so Auskunft über Ihre Herkunft und Zugrichtung. Der Leuchtturm von 1868 ist heute nicht mehr in Betrieb, von ihm hätte man bei besserem Wetter bestimmt gute Sicht auf die Nehrung und den Ort Nida. Im angrenzenden Kiosk/Imbiss sind wir verwundert über die sehr gute Bierauswahl, nach einem kurzen Blick auf die Uhr erlauben wir uns ein leckeres Weizenbier der Brauerei Volvas Engelmann. Warum wir auf die Uhr schauen denkt Ihr Euch bestimmt. Alkohol darf nämlich seit diesem Jahr in Litauen nur noch werktags in der Zeit von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr und Sonntags bis 15.00 Uhr verkauft werden. Das Alter, ab dem man Alkohol kaufen kann, soll von 18 auf 20 Jahren angehoben werden.

Auch Restaurants sind betroffen. Nach 20.00 Uhr dürfen sie keine Weinflaschen mehr zeigen, da deren Etiketten als Werbung gelten. Gäste können Wein im Glas bestellen oder ihn sich in einem Dekantier servieren lassen. Na dann Prost!

Wir gehen in Kleipeda/Memel seit langem mal wieder auf einen Campingplatz für Abwasser und Wasser, bei der Anfahrt zum Camping stehen wir auf einmal vor einer Straßensperre aus Tonnen und Stacheldraht, moment mal sind wir falsch abgebogen denken wir uns, da springen drei mit Gewehren bewaffnete Soldaten aus dem Gebüsch. Ich weiß nicht wer verdutzter geschaut hat, die Soldaten oder wir. Ich steige aus und frage nach dem Campingplatz, die Straßensperre wird geräumt und wir dürfen passieren. 50 Meter weiter erreichen wir den Platz und erfahren das es eine groß angelegte Übung über zwei Tage ist. Wir sind die einzigen Gäste zu dieser Jahreszeit, ob das den Soldaten geschuldet ist, man weiß es nicht.

Trotz der Begrüßung mit allen militärischen Ehren lässt man uns am Morgen nicht lange schlafen, Gewehrsalven und Schüsse klingen durch den Wald. Haben die denn kein Übungsgelände durchfährt es mich, müssen die hier vor dem Campingplatz rum knallen. Auf einmal versperrt ein Radpanzer die Zufahrt und Nebelgranaten werden gezündet. Die Radreisende, die nach uns noch den Platz erreichte, verzieht sich in die Teestube. Ich denke kurz daran die Bob-Marley-Fahne zu hissen und einen Protestsong zu spielen.  Make Love not War ! 

Wir haben noch einige kleine Servicearbeiten zu verrichten, als wir anschließend vom Platz fahren, scheint wieder Frieden zu sein. Die Tonnen der Straßensperre müssen wir diesmal allerdings alleine wegräumen, bzw. mein Navigator.

Wir machen uns auf in Richtung Klaipeda Zentrum, wir müssen unser High Tec Navigationsgerät nach nur 5 Monaten defekt zum Hersteller senden. Dafür suchen wir uns einen DHL Shop. Nachdem wir Maggie auf einem bewachten Parkplatz abgestellt haben, schnappen wir uns die Räder und machen uns auf die Suche. Leider ist der erste Eintrag bei Google fehlerhaft, was Thorsten aber die Bekanntschaft einiger netter Mädels in einem Reisebüro beschert. Der zweite Versuch glückt dann doch und unser Paket ist schließlich auf dem Weg nach Deutschland. Wir schauen uns noch die Fachwerkbauten in Memel an und beschließen heute noch die Grenze nach Lettland zu passieren. 

Wie immer alles problemlos, finden einen schönen Platz an der Ostsee direkt hinter der Düne.

Aber so langsam wird es auffällig, jedes Mal wenn wir planen ans Meer zu fahren wird das Wetter schlechter und diesig. Das gibt mir wiederum die Gelegenheit Berichte zu schreiben. Das nächste Mal überraschen wir die Ostsee, sagen nicht das wir kommen und fahren dann mal bei Sonne hin.


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