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Kleiner Wüstensturm

Kleiner Wüstensturm

Auf der neu asphaltierten Strecke geht es bis FoumZguid, wir haben die Piste in schlechter Erinnerung aber so ist es natürlich besser und das gute ist, wir kommen zügig voran. Und dann biegen wir um eine Kurve kurz vor Tissint und dann steht da Michael mit seinem lila KAT in Begleitung eines weiteren Fahrzeugs. Die Besatzung Cora und Jens mit ihren Kids wohnen auch wie Thorsten in Usingen, was ein Zufall. Wir wußten zwar das Michael mit seiner Frau auch durch das Land touren wird, aber nicht genau welche Strecken Sie fahren würden. Marokko ist zu klein! Nett haben wir geplaudert am Straßenrand und dann ging es auch schon weiter. Wie geplant tanken wir und besorgen noch ein wenig Brot in FoumZguid, am Ortsausgang geht es links raus auf die Piste. Vorher lassen wir noch ein wenig Luft aus den Reifen und dann geht’s auch schon weiter bis zu einer Schranke. Was ist das denn jetzt? Aus dem kleinen Häuschen des Militär kommt ein Soldat gewackelt, der noch schnell seine Uniform gerade rückt, Hühner laufen umher und Wäsche hängt zum trocknen am Wachhäuschen. Es folgt eine sehr freundliche Kontrolle bei der wir wieder ein paar Fiche los werden. Lachend und dem Soldaten winkend passieren wir die Schranke. Im Anschluss folgen wir weiter der Piste, parallel dazu werden schon Vorbereitungen für eine neue Straße getroffen, die jedoch von einigen Steinen blockiert ist. Auf den ersten Kilometern können wir diese noch geschickt umfahren später dann jedoch folgen wir wieder der alten Piste. Wir kommen gut voran, wir wollen ja schließlich die nächste Nacht in den Dünen verbringen. Was uns dann nach einer weiteren Militärkontrolle, mitten im nirgendwo, auch gelingt. Pünktlich zum Sonnenuntergang parkieren wir zwischen den Dünen auf einer festen Erhebung. Auf der Piste haben wir noch Susi und Strolchi aus dem Erzgebirge getroffen, auch die beiden haben eine Seite auf der sie über Ihre Reise berichten.

Am kommenden Morgen scheint zunächst die Sonne, doch der leichte Wind entwickelt sich so langsam zum ausgewachsenen Sandsturm. Nach unserer Abfahrt vom ersten Übernachtungsplatz in den Dünen wird es immer schlimmer und man kann das vorausfahrende Fahrzeug nur noch erahnen. Bei dem Wetter macht es keinen Spaß zu fahren, auch sind irgendwelche Pistenmarkierungen nur schwer oder gar nicht zu erkennen. Und bis zur Grenze von Algerien sind es nur 40-50 km, da wollen wir uns nicht verfahren. Wir suchen uns ein Dünental von dem wir glauben, dass es uns etwas vor dem sandigen Wind schützt. Aber es windet schon recht heftig. Zum Nachmittag wird es dann besser, so das wir noch zusammensitzen und restliches, von jedem zusammengetragenes Lebkuchen und Weihnachtsgebäck vertilgen. Aber mit einem Eiskaffee in der Hand im Liegestuhl mag das auch nicht so richtig schmecken.

Am nächsten Fahrtag geht es aus den Dünen zunächst Richtung Norden, die nahegelegene Piste suchen. Auf dieser geht es dann ca. 80 km weiter. Der Untergrund wechselt oft, zu Anfang sandige Passagen mit einigen heftige Hügeln, gefolgt von harten von der Sonne getrockneten Feldern. Es wird nicht langweilig, zum schluß kommen noch einige steinige Wegstrecken. Wir sind zu dem Zeitpunkt ca. 13 Kilometer vor Mhamid und überlegen uns, die Nacht noch in den immer kleiner werdenden Dünen zu verbringen. Ab Mahmid fängt wieder eine asphaltierte offizielle Straße an und in der Zivilisation könnte es schwieriger werden einen ruhigen Platz für die Nacht zu finden. Und so machen wir es dann auch. Die Sonne brennt zu diesem Zeitpunkt echt heftig, sodass diverse Wartungsarbeiten auf die Abendstunden verschoben werden. Kurios ist es, dass Thorsten und ich fast auf den Tag genau an fast der selben Stelle gestanden haben und wie vor zwei Jahren gibt es Gulasch aus der Konserve. Natürlich verfeinert!

 

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