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Mohamed und seine Familie

Mohamed und seine Familie

Vor einiger Zeit in Guelmim, wir sind tanken und wollen noch einige Einkäufe in den angrenzenden Geschäften erledigen. Vor dem Gemüsemarkt wird Claudia auf Deutsch angesprochen. Der Junge Mohamed ist hier auch mit seiner Familie beim Einkaufen. Nebenan bei dem Metzger, wo wir ein wenig Kamelfleisch erstehen wollen, kommen wir mit Händen und Füßen nicht recht weiter sodass kurzerhand Mohamed als Dolmetscher einspringt. Wir danken ihm und schon ist er auch schon wieder mit dem alten Landrover verschwunden. Jetzt keine Riesen Story die man erzählen müsste, wenn dann nicht folgendes passiert wäre.

Wir fuhren ja zunächst nach TanTan und von dort nordwärts auf den 30 km langen Plage Blanche. Im letzten Drittel des Einsamen Strandabschnittes suchten wir uns einen Übenachtungsplatz um Silvester hier zu verbringen. Unweit von uns fingen kurze Zeit später Fischer an Ihre Netze auszubringen. Ich war damit beschäftigt noch die Dieselpumpe anzuschließen, als sich unserem Übernachtungsplatz zwei Jungen nährten. Schon kurz vor dem Laster riefen sie:“ Bonjour Salam erinnert ihr Euch?“ Ja klar erinnerten wir uns, es war Mohamed mit seinem Bruder. Zufall? Ich habe keine Ahnung, aber sich auf einem 30km langen Strandabschnittes zu begegnen…

Am nächsten Tag brachten Mohamed und seine Familie ihren Fang ein, natürlich waren wir zur Stelle und konnten ihnen einige Fische abkaufen. Bei der Gelegenheit fragten wir, wo wir denn unserer Trinkwassertanks in Guelmim auffüllen könnten. Ohne lange zu überlegen schrieb Mohameds Vater ihre Telefonnummer in den Sand, wir sollten uns melden und wir würden bei Ihrem Haus soviel Wasser bekommen wie wir bräuchten. Natürlich ohne Bezahlung.

Nur leider kam es dann doch anders wie gedacht, in der Innenstadt von Guelmim war viel Verkehr. Die Polizei hat in den letzten Tagen eine Musikveranstaltung aufgelöst. Und nun waren etliche Wohnmobile aus Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien unterwegs um sich anderweitig zu treffen. Überall Polizeikontrollen. Am Plage Blanche, von dem wir kamen wurden schon viele Fahrzeuge abgewiesen. Deswegen nahmen wir gleich Trinkwasser an einer Tankstelle auf um den Gewusel schnell zu entfliehen, aber da hatten wir die Rechnung ohne den marokkanischen Wasserdruck gemacht. Für fast 600 Liter, beide Fahrezuge, brauchten wir eine Ewigkeit.

Als wir dann endlich loskamen, stand die Sonne schon sehr tief und wir wollten uns irgendwo abseits der Piste in die nicht vorhandenen Büsche schlagen. Wäre da nicht tatsächlich im Dunkeln eine Mofa angeknattert gekommen. Nach einer freundlichen Begrüßung riet uns der gute Mann eindringlich nach dem Essen in sein oder das Nachbardorf zu fahren. Er meldete uns auch gleich per Telefon an jemanden weiter. Naja, auf eine nächtliche Polizeikontrolle hatten wir dann keine Lust und deswegen fuhren wir in das nächste Dorf auf einen Parkplatz. Sofort kamen zwei Jugendliche mit der Mofa an und telefonierten wieder, deutlich waren die Worte LKW zu hören. Aber da wir ja jetzt im Dorf standen und nicht außerhalb ging das wohl alles okay. Bis auf die Mofarennen auf der Hauptstraße am Abend und den morgendlichen Muezzin war es eigentlich eine ruhige Nacht.

 

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